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Am 17.06.2002 hält Prof. Dr.-Ing. Horst Borgmann, Berlin im Rahmen des Geodätischen Kolloquiums unseres Vereins an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus einen Vortrag über das Thema
"Landmanagement - Intrument zur nachhaltigen Landnutzung und Landentwicklung"
Ausgehend von einer kurzen historischen Betrachtung der Wechselbeziehung zwischen gesellschaftlicher Entwicklung und der Gewinnung raumbezogener Daten erläutert der Autor den Begriff des Landmanagements als neue internationale und zudem interdisziplinäre Herausforderung, der sich das Vermessungswesen stellen muß.
Im folgenden legt der Autor die sich daraus ergebenden Aufgaben (Rechtssicherheit an Grund und Boden, Organisation von Grund und Boden zur Verwirklichung von Staatszielen, Aufbau geographischer Informationssysteme, Landnutzungsplanung) dar. Für die Lösung dieser Aufgaben in der Bundesrepublik Deutschland sieht der Autor die bestehende, rein föderalistische Denkweise im Vermessungswesen als Hemmnis. Er legt dar:
"Das deutsche amtliche Vermessungswesen ist eher traditionell ausgerichtet. Es ist durch föderalistische Denkweisen geprägt. Folgerichtig gibt es in jedem Bundesland eigene Fachgesetze, die zum Teil vergleichbar sind, jedoch mitunter erhebliche inhaltliche Unterschiede aufweisen. Zum Zeitpunkt der Herstellung der Einheit Deutschlands war die Möglichkeit gegen, das Deutsche Vermessungswesen europafähig zu machen. In der DDR hat es eine einheitliche Gesetzgebung im amtlichen Vermessungswesen gegeben. Diese ist in der damaligen Aufbruchstimmung und der "Notwendigkeit der Übernahme der Gesetzgebung des jeweiligen Partnerlandes" zerschlagen worden.
Gegenwärtig kann festgestellt werden, daß die 16 deutschen Varianten -jede für sich betrachtet- optimal die jeweiligen landestypischen Besonderheiten berücksichtigen. Gleichzeitig wird der Blick über den Zaun des Landes blockiert. Managementtechniken sind in der Verwaltung bisher nur in Ausnahmefällen zu beobachten. Problemorientiertes oder prozessorientiertes Denken wird immer noch von vorgangsorientierten traditionellen Denkweisen überlagert. Kameralistisches titelorientiertes "kostensparendes" Denken dominiert betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Denkansätze. Das deutsche amtliche Vermessungswesen mag zwar die bestmöglichen Lösungen bieten aber es ist wegen seiner Zersplitterung nicht konkurrenzfähig in einem gemeinsamen Europa."
Das komplette Vortragsmanuskript kann hier als PDF-Datei (43 KByte) abgerufen werden.
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